Therapieverfahren

Phytotherapie

In der Phytotherapie (griech. phyton = Pflanze, therapeia = Pflege) oder Pflanzenheilkunde, einem der ältesten Therapieverfahren, werden Beschwerden mithilfe von Pflanzenwirkstoffen behandelt. Die Pflanzen werden als Frischpflanzen, Drogen oder Extrakte eingesetzt, die auch zu Tees, Kapseln, Tropfen oder Salben weiterverarbeitet werden können.

Hinsichtlich der Wirksamkeit gibt es sowohl bei den einzelnen Pflanzen als auch bei den Präparaten große Unterschiede; generell haben pflanzliche Präparate jedoch ein breiteres Wirkungsspektrum und weniger Nebenwirkungen als synthetische Medikamente.

Akupunktur, Gua-Sha und Schröpfen

Dies sind Verfahren die auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin zur Anwendung kommen. Sie dienen hauptsächlich dazu, den Fluß der Energien wiederherzustellen, als Anregungs- und Ausleitverfahren.

Akupunktur

Die Akupunktur basiert auf der Lehre von Yin und Yang. Sie verwendet drei Verfahren:

  1. Einstechen von Nadeln in die Akupunkturpunkte
  2. Erwärmen der Punkte (Moxibustion)
  3. Massage der Punkte (Tuina, Akupressur)

In der Akupunktur werden rund 400 Akupunkturpunkte benutzt, die auf den so genannten Meridianen liegen. Zur Vereinfachung wurde das heute gängige Modell von zwölf Hauptmeridianen, die jeweils spiegelbildlich auf beiden Körperseiten paarig angelegt sind, eingeführt. Acht Extrameridiane und eine Reihe von sogenannten Extrapunkten ergänzen dieses Modell. Nach dem Modell der Traditionellen chinesischen Medizin wird durch das Einstechen der Nadeln der Fluss des Qi (Lebensenergie) beeinflusst.

Gua-Sha-Technik

Gua Sha besteht aus wiederholtem Schaben auf eingeölter Haut mit einer abgerundeten Kante. Üblicherweise wird ein chinesischer Porzellansuppenlöffel, eine abgenutzte Münze, abgerundete Tierhörner oder Jade verwendet. Die abgerundete Kante wird auf die eingeölte Haut gedrückt und entlang der Muskeln oder der Meridiane in ca. 10 bis 15 cm langen Zügen bewegt. Dieses Verfahren verursacht eine verstärkte Durchblutung (Sha) in der Haut, wobei auch Petechien und Ekchymosen entstehen. Es dauert normalerweise 2 bis 4 Tage, bis diese wieder verschwinden. Je stärker die „Blutstase“ (im Sinne der chinesischen Medizin) ist, desto stärker verfärbt sich die Haut. Typischerweise verspüren Patienten sofort eine Erleichterung und Veränderung.

Die Hautverfärbungen durch Gua Sha können leicht als Zeichen körperlicher Misshandlung mißgedeutet werden.

Schröpfen

Beim Schröpfen wird in sogenannten Schröpfgläsern oder Schröpfköpfen ein Unterdruck erzeugt. Diese Schröpfgläser werden direkt auf die Haut gesetzt. Der Unterdruck wird üblicherweise dadurch erreicht, dass die Luft im Schröpfkopf erhitzt und dieser sofort auf die Haut des Patienten gesetzt wird. Das Erhitzen erfolgt durch einen in Alkohol getauchten Wattebausch, ein Stück Baumwollstoff oder eine Flocke Watte, die jeweils angezündet werden. Alternativ kann der Unterdruck durch eine Absaugvorrichtung im Schröpfglas erzeugt werden.

Golgi-Schmerztherapie

Die Golgi-Schmerztherapie ist eine rein manuelle Behandlungsmethode, mit deren Hilfe viele Schmerzzustände behandelt werden können. Sie wird angewendet bei allen Schmerzen am Bewegungsapparat, egal ob diese im Rumpfbereich oder in den Extremitäten auftreten.

Die Hauptursache für Schmerzen sind mangelnde oder einseitige Bewegung und Fehlhaltungen. In Kombination mit Streß und Fehlernährung führen sie zu Muskelverkürzungen und bilden die Ursache für den sogenannten Warnschmerz. Dieser Schmerz warnt vor drohender Schädigung des Bewegungsapparates und tritt zeitlich lange vor einer tatsächlich eintretenden Schädigung ein.

Die Golgi-Schmerztherapie besteht aus zwei Elementen:

Golgi-Pressur - die Akutmassnahme.

Durch Druck auf die Golgi-Pressurpunkte wird die verkürzte Muskulatur entspannt und verlängert. Die Pressur vertritt die Annahme, dass die Schmerzen verringert werden und das natürliche Bewegungsspektrum kann wieder ausgeführt werden.

Da die schädigenden Bewegungsmuster so jedoch nicht auf Dauer gelöscht werden können, benötigt der Patient für einen dauerhaften Therapieerfolg eine Ergänzung, die

Golgi-Dehnung zur Erhaltung der Beweglichkeit

Um die Wirkung der Golgi-Pressur zu vertiefen und nachhaltige Schmerzfreiheit anzustreben, werden dem Patienten Anleitungen für spezielle Dehnübungen an die Hand gegeben. Durch diese regelmäßig durchzuführenden Übungen wird sowohl die Beweglichkeit deutlich erhöht, als auch die Nährstoffversorgung der Gelenke, der Muskeln und des umgebenden Gewebes stark verbessert.

Typische Anwendungsgebiete der Golgi-Schmerztherapie sind z.B. Rückenschmerzen aller Art, Knieschmerzen, Schulter-Arm-Beschwerden, Kopfschmerzen, Tennisellenbogen, Fibromyalgie, Arthrose, sowie Schmerzen im Fuß- und Zehenbereich. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.golgi.eu.

Ernährungstherapie

Hippokrates schrieb: “Die Nahrung sollte unsere Medizin sein.” Denn die richtige Auswahl an Lebensmitteln, so scheint es, kann viele Krankheiten verhindern oder heilen.

Ernährung ist Therapie - das gilt für viele Erkrankungen, auch gerade im Bereich der Erkrankungen des Bewegungsapparates. Eine gesunde Ernährung kann Wohlbefinden und Gesundheit stärken. Der Genuss muss und sollte dabei aber nicht zu kurz kommen, schließlich isst die Psyche mit...